„Die Reform verändert den Weg – und stärkt die Eigenverantwortung.“
Mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes muss eine neue Heizung künftig nicht mehr zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Gas- und Ölheizungen bleiben zulässig, sofern ab 2029 ein steigender Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe eingesetzt wird. Was bedeutet das für die Wärmewende – und für die grüne Fernwärme in Cuxhaven?
Darüber sprechen wir mit Dr. Thomas Kalkau, Geschäftsführer von Forte Energie in Cuxhaven, Betreiberin des nachhaltigen Biomasse-Kraftwerks vor Ort.
Herr Dr. Kalkau, wie ordnen Sie die Reform des Gebäudeenergiegesetzes vor dem Hintergrund der Wärmewende ein?
Die Reform verändert vor allem den politischen Rahmen – und stärkt die Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger. Die bisherige 65-Prozent-Vorgabe war für viele Eigentümer mit dem Gefühl verbunden, dass ihnen eine bestimmte Technologie vorgeschrieben wird. Nun liegt die Entscheidung wieder stärker beim Einzelnen. Das halte ich grundsätzlich für richtig. Denn die Wärmewende wird langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht als Zwang, sondern als bewusste Entscheidung verstanden wird. Die Klimaziele bleiben
bestehen. Aber der Weg dorthin wird offener gestaltet – mit mehr Raum für eigenverantwortliche Lösungen.
Kritiker befürchten eine Verlangsamung der Wärmewende. Teilen Sie diese Einschätzung?
Ich sehe vor allem eine Chance zur Versachlichung. Wenn Entscheidungen nicht unter unmittelbarem regulatorischem Druck getroffen werden, entsteht Raum zum Nachdenken. Und aus Nachdenken entstehen oft bessere, langfristigere Entscheidungen. Eigentümer werden sich fragen: Welche Lösung ist für mich dauerhaft sinnvoll? Welche ist wirtschaftlich stabil? Welche bietet Planungssicherheit über Jahrzehnte? Die Reform verlagert die Debatte von „Was muss ich?“ hin zu „Was ist die beste Lösung für mich?“ Und genau an diesem Punkt möchten wir ansetzen.
Was bedeutet die Reform konkret für die grüne Fernwärme von Forte Energie?
Für uns bedeutet sie vor allem eines: Die beste Lösung zählt mehr als Vorschrift. Unsere grüne Fernwärme war nie eine Notlösung aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Sie ist eine langfristige Infrastrukturentscheidung. Wir erzeugen Wärme aus zertifizierter Biomasse – von Anfang an zu 100 Prozent erneuerbar. Ohne Versprechen oder Vorgaben, die in die Zukunft verschoben werden. Ohne Unsicherheit über Tarifmodelle. Unsere Energie stammt überwiegend aus der Region – aus Restholz der Forstwirtschaft und Landschaftspflege. Kurze Wege, transparente Herkunft, nachhaltige Nutzung. Wer sich heute für grüne Fernwärme entscheidet, entscheidet sich bewusst für eine dauerhaft nachhaltige Lösung – nicht weil er muss, sondern weil er es will.
Gas- und Ölheizungen bleiben weiterhin zulässig. Entsteht dadurch neue Konkurrenz?
Für uns bedeutet sie vor allem eines: Die beste Lösung zählt mehr als Vorschrift. Unsere grüne Fernwärme war nie eine Notlösung aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Sie ist eine langfristige Infrastrukturentscheidung. Wir erzeugen Wärme aus zertifizierter Biomasse – von Anfang an zu 100 Prozent erneuerbar.
Ohne Versprechen oder Vorgaben, die in die Zukunft verschoben werden. Ohne Unsicherheit über Tarifmodelle. Unsere Energie stammt überwiegend aus der Region – aus Restholz der Forstwirtschaft und Landschaftspflege. Kurze Wege, transparente Herkunft, nachhaltige Nutzung. Wer sich heute für grüne Fernwärme entscheidet, entscheidet sich bewusst für eine dauerhaft nachhaltige Lösung – nicht weil er muss, sondern weil er es will.
Welche Chancen ergeben sich für Unternehmen?
Unternehmen gewinnen vor allem eines: strategische Wahlfreiheit. Statt kurzfristig auf gesetzliche Vorgaben reagieren zu müssen, können sie ihre Energieversorgung langfristig ausrichten. Wer sich heute freiwillig für eine erneuerbare Infrastruktur entscheidet, schafft
Planungssicherheit – wirtschaftlich und reputativ. Nachhaltigkeit ist längst ein Wettbewerbsfaktor.
Gäste, Kunden, Investoren und Banken achten zunehmend darauf. Die Reform eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, aus eigener Überzeugung voranzugehen.
Und für Privathaushalte?
Privathaushalte erhalten mehr Selbstbestimmtheit. Aber mit dieser Freiheit wächst auch die Verantwortung, eine tragfähige Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte zu treffen.
Viele Eigentümer fragen sich: Setze ich erneut auf eine Einzelheizung mit möglicher Preisunsicherheit? Oder entscheide ich mich für eine Infrastruktur, die wartungsarm, kalkulierbar und dauerhaft erneuerbar ist? Fernwärme ist eine komfortable Lösung – ohne spätere Anpassungsdebatten. Es geht nicht um Ideologie. Es geht um eine kluge Entscheidung pro Klima und Umwelt und nicht zuletzt auch für den eigenen Geldbeutel.
Sehen Sie in der Reform eher Chancen oder Risiken?
Ich sehe in erster Linie eine Chance zur Eigenverantwortung. Die Reform beendet eine stark doktrinäre Diskussion und eröffnet Raum für sachliche Abwägung. Aus Blockade wird Nachdenken. Aus Nachdenken entsteht Entscheidung. Und aus guter Entscheidung entsteht
nachhaltige Infrastruktur. Wer heute freiwillig auf 100 Prozent erneuerbare Wärme setzt, entscheidet sich bewusst für eine Lösung, die dauerhaft nachhaltig, wirtschaftlich sinnvoll und regional verankert ist. Die Reform verändert den Weg – aber das Ziel bleibt klar: eine sichere, klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung für kommende Generationen.