Bereits seit Mitte März dieses Jahres informiert das Unternehmen Forte Energie im Raum Cuxhaven mit einer breit angelegten Informationskampagne über ihr Angebot grüner Fernwärme.
Mit großem Erfolg: Mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger haben sich seither aktiv über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung vor Ort informiert.
Vor diesem Hintergrund setzte der Frühjahrsdialog „Energie neu denken – gemeinsam die Wärmewende meistern“, der am 16. April im havenhostel Cuxhaven stattfand, ein starkes Zeichen für den Austausch über die Zukunft der Wärmeversorgung aus erneuerbarer Energie. Mehr als 90 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft folgten der Einladung und diskutierten gemeinsam zentrale Fragen der regionalen Energiewende. Die Veranstaltung bot ein hochkarätiges Programm mit drei Grußworten und drei fachlichen Impulsvorträgen, die unterschiedliche Perspektiven auf die Wärmewende beleuchteten – von wissenschaftlichen Grundlagen über kommunale Umsetzung bis hin zur forstwirtschaftlichen Praxis.
Plattform für Austausch und konkrete Lösungen
Bereits in seiner Begrüßung machte Forte-Geschäftsführer Dr. Thomas Kalkau deutlich, dass die Wärmewende vor Ort entschieden wird und nur im engen Zusammenspiel aller Akteure gelingen kann. Das große Interesse an der Veranstaltung zeige, wie stark das Thema in der Region verankert sei. Gleichzeitig verwies er auf die konkreten Fortschritte vor Ort: Mit dem nachhaltigen Biomasse-Kraftwerk in Cuxhaven leistet Forte Energie einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wärmewende und schafft eine Grundlage für eine klimafreundliche, verlässliche Wärmeversorgung. Darüber hinaus kündigte er an, dass Forte Energie den Ausbau erneuerbarer Energien in Cuxhaven weiterentwickeln wolle – unter anderem mit dem geplanten Einsatz einer Meerwasser-Wärmepumpe als ergänzende Technologie für eine nachhaltige Wärmeversorgung.
Auch Axel Schneider, Direktor des havenhostels Cuxhaven und Bundesgeneralsekretär der Partei „Die Demokraten“, richtete ein Grußwort an die Gäste. Er hob die Bedeutung des Biomasse-Kraftwerks für die Stadt hervor und verwies insbesondere auf die Vorteile der dort erzeugten grünen Fernwärme: Versorgungssicherheit, stabile Energiepreise sowie eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Darüber hinaus verwies er auf ein Beispiel aus Hannover, wo im vergangenen Jahr ein Biomasse-Kraftwerk in Kombination mit industrieller Abwärme in Betrieb genommen wurde und die Stadt zu einem Vorreiter der Energiewende mache. Eine solche Entwicklung wünsche er sich auch für Cuxhaven.
Thomas Brunken, Kandidat der CDU für das Oberbürgermeisteramt der Stadt Cuxhaven, stellte in seinem Grußwort die hohe Dringlichkeit der Wärmewende auf kommunaler Ebene heraus. Diese
könne nur durch einen ausgewogenen Mix erneuerbarer Energien gelingen, wobei Biomasse eine wichtige Rolle für eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung spiele, die zudem Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern schaffe.
Wissenschaftlicher Impuls: Fakten statt Mythen
Den ersten Fachvortrag hielt Professor Dr. Christoph Fasel, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Verbraucherjournalismus und Verbraucherkommunikation (ifv) sowie stellvertretender Vorsitzender der Verbraucherkommission Baden-Württemberg. In seiner Arbeit beschäftigt er sich intensiv mit der verständlichen Vermittlung komplexer Themen und deren gesellschaftlicher Einordnung.
In seinem Vortrag zur Holzenergie ordnete er verbreitete Kritikpunkte wissenschaftlich ein und stellte klar: „Der deutsche Wald wächst. Und zwar pro Jahr um mehr als 100 Millionen Kubikmeter, von denen nur etwa 70 Prozent entnommen werden. Und wiederum nur ein kleiner Teil davon wird der energetischen Nutzung zugeführt.“ Dabei handele es sich in der Regel um Restholz der Forstwirtschaft und Landschaftspflege, das für keine andere Verwendung geeignet sei und ansonsten ungenutzt verrotten würde.
Kommunale Umsetzung im Fokus
Im Anschluss sprach Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung und Wissensmanagement beim Energieeffizienzverband AGFW sowie Geschäftsführer der AGFW-Projekt GmbH. Als ausgewiesener Experte für Wärmenetze und kommunale Transformationsprozesse begleitet er seit vielen Jahren Städte und Gemeinden bei der praktischen Umsetzung der Energiewende. Er zeigte auf, wie kommunale Wärmeplanung in der Praxis gelingen kann, und formulierte dabei eine klare Leitlinie: „Erfolgreiche kommunale Wärmeplanung bedeutet, komplex zu denken, aber einfach zu handeln.“ Ergänzend stellte er fest: „Entscheidend ist eine realisierbare Umsetzungsstrategie, die alle relevanten Akteure einbindet.“
Rohstoff Holz: Chancen und Grenzen
Den dritten Impuls lieferte Rudolf Alteheld, Leiter des Geschäftsbereichs Forstwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er brachte seine langjährige praktische Erfahrung in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern sowie in der Beratung forstwirtschaftlicher Betriebe ein. In seinem Vortrag beleuchtete er die Rolle von Holz als Energieträger aus der Perspektive der nachhaltigen Forstwirtschaft. Dabei stellte er fest: „Im niedersächsischen Wald besteht ein relevantes Rohstoffpotenzial für die energetische Nutzung.“ Gleichzeitig machte er deutlich: „Die Nutzung von Holz als Energieträger unterliegt ökologischen Grenzen, die wir selbstverständlich berücksichtigen.“
Dialog und gemeinsamer Ausblick
In der anschließenden offenen Fragerunde nutzten zahlreiche Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die Referenten zu richten und die Diskussion zu vertiefen. Zum Abschluss zog Dr. Thomas Kalkau ein positives Fazit: „Die große Resonanz zeigt, dass viele Menschen die Wärmewende in der Region aktiv mitgestalten möchten. Nun gilt es, die Impulse des Abends aufzugreifen und konsequent in konkrete Maßnahmen zu überführen, um die nachhaltige Energieversorgung in Cuxhaven weiter auszubauen.“
Über Forte Energie
Die Forte Energie GmbH & Co. KG betreibt in Cuxhaven ein nachhaltiges Biomasse-Kraftwerk und engagiert sich für innovative Lösungen in der klimafreundlichen Wärmeversorgung. Ziel ist es, die regionale Energiewende aktiv voranzutreiben und langfristig sichere sowie nachhaltige Versorgungsstrukturen
zu schaffen.