LAVES-Institut und Amtsgericht Cuxhaven sollen ab 2027 mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden – Forte Energie setzt Ausbau des Fernwärmenetzes fort
Die Fernwärme von Forte Energie gewinnt in Cuxhaven weiter an Bedeutung. Künftig möchte auch das Land Niedersachsen zwei seiner Einrichtungen an das Fernwärmenetz anschließen lassen: das LAVES – Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven – sowie das Amtsgericht Cuxhaven. Nach der bereits bestehenden Versorgung des Cuxhavener Hafens mit Niedersachsen Ports (NPorts) gewinnt Forte Energie damit einen weiteren bedeutenden Großkunden für seine Wärmeversorgung auf Basis zertifizierter Biomasse, wie das Unternehmen mitteilte. Durch den Einsatz dieses erneuerbaren Energieträgers anstelle von Erdgas oder Heizöl können fossile CO₂-Emissionen bei der Wärmeerzeugung reduziert werden.
Für Dr. Thomas Kalkau, Geschäftsführer von Forte Energie, ist dies ein wichtiges Signal für die Wärmewende vor Ort: „Wenn öffentliche Einrichtungen auf unsere Fernwärme aus zertifizierter Biomasse setzen, zeigt das, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind. Eine Wärmeversorgung, die fossile Brennstoffe ersetzt und damit zur Verringerung fossiler CO₂-Emissionen beiträgt, ist keine Zukunftsvision. Wir können sie in Cuxhaven schon heute anbieten und wollen sie Schritt für Schritt für immer mehr Gebäude verfügbar machen.“
Land Niedersachsen setzt Zeichen für die Wärmewende
Die Entscheidung, die beiden Landesliegenschaften voraussichtlich ab Oktober 2027 mit Fernwärme von Forte Energie versorgen zu lassen, unterstreicht die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energieträger für die Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude. Die Wärme von Forte Energie wird im Cuxhavener Biomasse-Heizkraftwerk auf Basis zertifizierter Biomasse erzeugt. Anstelle fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl kommt damit ein erneuerbarer Energieträger zum Einsatz. Das ermöglicht eine Wärmeversorgung, bei der fossile CO₂-Emissionen gegenüber einer vergleichbaren Wärmeerzeugung mit Erdgas oder Heizöl reduziert werden können.
Für Forte Energie kommt der geplante Anschluss zu einem wichtigen Zeitpunkt. Das Unternehmen treibt derzeit den Ausbau seines Fernwärmenetzes in Cuxhaven intensiv voran. Im Fokus stehen zunächst die Gebiete Bucht, Lotsenviertel und WSA. Um Immobilien-Eigentümerinnen und -Eigentümer frühzeitig über die Möglichkeiten eines Anschlusses zu informieren, startete Forte Energie bereits im Frühjahr eine breit angelegte Informations- und Vertriebskampagne. „Die Wärmewende kann nur funktionieren, wenn möglichst viele Menschen und Unternehmen mitmachen. Deshalb wollen wir nicht nur Leitungen bauen, sondern informieren, beraten und zeigen, welche Vorteile eine zentrale Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger bietet“, sagt Dr. Thomas Kalkau. „Wer sich frühzeitig für einen Anschluss entscheidet, schafft Planungssicherheit für sich selbst und für den weiteren Netzausbau. Mit dem vorerst weiterhin entfallenden Baukostenzuschuss bieten wir dafür zusätzlich einen erheblichen finanziellen Anreiz.“
Weniger fossile CO₂-Emissionen. Mehr Unabhängigkeit von Erdgas und Heizöl.
Die Vorteile der Fernwärme aus zertifizierter Biomasse reichen weit über den Komfort einer zentralen Wärmeversorgung hinaus. Während Erdgas und Heizöl fossile und endliche Energieträger sind und ihre Preise erheblich durch internationale Märkte, geopolitische Krisen und Konflikte beeinflusst werden können, setzt Forte Energie auf erneuerbare, zertifizierte Biomasse. Der entscheidende Vorteil: Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe können die fossilen CO₂-Emissionen bei der Wärmeerzeugung reduziert werden. Gleichzeitig verringert der Einsatz von Biomasse die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und deren Preisschwankungen. Dabei werden unter anderem Reststoffe aus der Forst- und Landschaftspflege energetisch genutzt. Für Kundinnen und Kunden bedeutet Fernwärme zudem: Sie benötigen keine eigene Heizungsanlage und müssen sich weder um die Brennstoffbeschaffung noch um die aufwendige Erneuerung konventioneller Heiztechnik kümmern. Auch die bisherige Informationskampagne stellte neben Versorgungssicherheit und kalkulierbaren Wärmekosten insbesondere die größere Unabhängigkeit von fossilen Preisschwankungen und die geringere direkte Abhängigkeit von steigenden CO₂-Kosten für fossile Brennstoffe heraus. „Die vergangenen Jahre haben uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie abhängig eine auf fossilen Energieträgern basierende Wärmeversorgung von Entwicklungen ist, auf die wir vor Ort keinerlei Einfluss haben“, betont Dr. Kalkau. „Mit erneuerbaren Energieträgern wie zertifizierter Biomasse können wir diese Abhängigkeit deutlich reduzieren und fossile CO₂-Emissionen bei der Wärmeerzeugung vermeiden. Wir wollen die Wärme, die Cuxhaven benötigt, künftig immer stärker aus erneuerbaren Energiequellen und möglichst regional erzeugen. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Wärmewende, stärken die Versorgungssicherheit und schaffen langfristige Perspektiven für den Standort.“
Biomasse ist erst der Anfang.
Dabei versteht Forte Energie das bestehende Biomasse-Heizkraftwerk ausdrücklich als Ausgangspunkt einer wesentlich umfassenderen Wärmewende. In den kommenden Jahren soll die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen deutlich erweitert und zugleich technologisch breiter aufgestellt werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die geplante Meerwasserwärmepumpe. Sie soll die im Meer vorhandene Umweltenergie für die Wärmeversorgung nutzbar machen und damit eine weitere erneuerbare Energiequelle erschließen. Durch die Nutzung von Meerwasserwärme kann der Bedarf an fossilen Energieträgern weiter reduziert werden. Wie hoch die damit verbundenen CO₂-Einsparungen tatsächlich ausfallen, hängt unter anderem vom eingesetzten Strom und den Betriebsbedingungen der Anlage ab.
Hinzu kommt eine neue Energiezentrale für Duhnen und Döse. Sie soll als dezentrale Erzeugungseinheit unter anderem zertifizierte Biomasse sowie Reststoffe aus der Forst- und Landschaftspflege nutzen und damit eine Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger in diesen Stadtteilen ermöglichen. Perspektivisch soll die Energiezentrale mit dem weiter ausgebauten Fernwärmenetz und der geplanten Meerwasserwärmepumpe verbunden werden. Hinter dieser Entwicklung steht ein langfristiges Investitionsprogramm. Die Investoren von Forte Energie, Swiss Life Asset Managers, haben bislang rund 150 Millionen Euro in die Energieinfrastruktur und damit in die Umsetzung der Wärmewende vor Ort investiert. Für die nächsten Ausbaustufen sollen weitere rund 150 Millionen Euro hinzukommen. Damit könnten sich die Investitionen insgesamt auf rund 300 Millionen Euro summieren. „Wir denken die Wärmewende nicht in einzelnen Anlagen, sondern als Gesamtsystem“, unterstreicht Dr. Kalkau. „Zertifizierte Biomasse ist ein wichtiger Baustein, aber sie ist für uns nur der Anfang. Mit der Meerwasserwärmepumpe, zusätzlichen Energiezentralen und dem weiteren Ausbau unseres Netzes wollen wir unterschiedliche erneuerbare Energiequellen intelligent verbinden. Unser Ziel ist eine leistungsfähige und verlässliche Wärmeversorgung für Cuxhaven, die den Einsatz fossiler Brennstoffe und die damit verbundenen CO₂-Emissionen Schritt für Schritt reduziert.“